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23.112017

Buch "FILOMENA" für HMT-Film

Endlich ist das Buch fertig. Und das auch grade rechtzeitig für den Abgabetermin bei der kulturellen Filmförderung. "Filomena" soll er heißen, er wird im Zirkus spielen und von einer Trapezkünstlerin mit Höhenangst handeln. Wie in jedem Jahr entsteht das Projekt mit Schauspielstudenten im Rahmen meiner Dozententätigkeit an der Hochschule für Musik und Theater Rostock in Kooperation mit dem Institut für neue Medien Rostock. Arbeiten werde ich mit den Studenten Lydia Wilke und David Nádvornik.

(Fotos: Timo Roth timo-roth.de // Grafik: Andreas Ehrig maschinenhuhn.com)

Das Projekt

Da die 10 Studenten der HMT Charaktere und nicht Nebenrollen spielen sollen, werden nicht nur ein, sondern mehrere Filmprojekte produziert. In diesem Jahr entstehen noch 3 weitere von den Filmemachern Andreas Ehrig, André Jargusch und Mark Auerbach. Das erste Mal haben wir uns mit "HUNGRIG" auf ein gemeinsames Thema geeinigt. Das erschien uns äusserst passend, da zum Einen die Schauspieler, kurz vor Beendigung ihrer Ausbildung, ein besonders hohes Mass an "Spielwut" und Experimentierfreudigkeit haben und zum Anderen versuchen wir in den Drehbüchern zu beleuchten, was die Eckpfeiler des Verlangens von jungen Menschen sind, die in das Erwachsenenleben eintauchen. Mit "hungrig nach Liebe", "hungrig nach Familie", "hungrig nach Fleisch" und "hungrig nach Freiheit" wollen wir sowohl genremässig als auch inhaltlich ein breites Spektrum abdecken.

 

Synopsis - Filomena

Filomena war der Star und Publikumsmagnet am Trapez des kleinen Zirkus „Fantasia“.
Seit der Messerwerfer Corelli sie verlies, ist sie blockiert und leidet an Höhenangst.
Da der marode Zirkus aber dringend eine Attraktion braucht, um nicht unterzugehen, wird sie gezwungen, dem unsicheren Jongleur Frederik in kurzer Zeit, ihre Nummer beizubringen.
Sie muss sich überwinden und ihren seelischen Ballast hinter sich lassen, um den Zirkus zu retten und um ihre geistige Freiheit wieder zu erlangen.

Hier noch eine kleine Leseprobe:

"Vorsichtig betritt sie die Manege. Bewundernd schaut sie langsam hoch an die Decke. Dort oben am Trapez steht Frederik. Mit leicht zitternden Knien steht er auf einem winzigen Podest in der Spitze des Zirkuszeltes. Er atmet schwer und ist sehr konzentriert. Vor ihm pendeln herausfordernd zwei parallele Trapezschaukeln, an denen er gleich seine Nummer vollführen wird. Er streckt seine Arme seitlich aus und holt zum Sprung aus. Felomina verfolgt jede Bewegung mit leuchtenden Augen. Sie träumt sich an seine Stelle. Im glitzernden Kostüm und unter dem Jubel der Zuschauer präsentiert sie sich am höchsten Platz des Zirkuszeltes. Ihre Haare sind streng zusammengebunden. Aus ihrem Ärmel zieht sie ein Seidentuch, mit dem sie sich die Augen verbindet, was die Massen mit einem Raunen zur Kenntnis nehmen. Absolute Ruhe. Sie sammelt sich und lächelt selbstsicher, als könne sie ganz einfach spüren, wo und wann sie zugreifen muss. Unter Trommelwirbel springt sie auf eine der Schaukeln zu. Sie fliegt und das so langsam, als würde sie schweben. Ihre Fingerspitzen scheinen die Schaukel schon berühren zu können. Doch dann, mit einem Schlag, hört der Trommelwirbel auf. Sie verfehlt ihr Ziel und stützt rücklings in ein schwarzes, bodenloses Nichts. Sie landet unsanft auf einer menschengroßen hölzernen Scheibe. Die Scheibe ist rot weiß, wie ein Hypnosestrudel bemalt. Der Aufprall ist hart und staubig, aber sie kommt schnell wieder zu sich. Sie will sich  aufrichten, kann aber ihre Arme nicht mehr bewegen. Ihre Handgelenke sind an der Scheibe mit groben Stricken festgebunden.In dem Moment, in dem sie es bemerkt, kommt schon ein Messer auf die Scheibe geflogen und schlägt laut und dicht neben ihrem Arm ein.
Erschrocken vom gefahrvollen Geräusch will sie schreien. Aber ein zweites Messer trifft wieder mit lautem Knall auf die Scheibe, verdeckt ihren aufgerissenen Mund und lässt sie verstummen. Ein drittes Messer dringt so dicht neben ihrem Kopf ein, dass es das Seidentuch löst und ihre Augen freilegt.
Sie steht ihrem Peiniger gegenüber. Er ist im Gegenlicht schwer zu erkennen. Mit aufgerissenen Augen schüttelt sie gnadeflehend den Kopf.
Doch der Messerwerfer ist unerbittlich und holt mit seinem größten Messer zum Wurf aus. Das blitzende Stück Metall fliegt genau auf ihren Kopf zu. Sie schreit und kneift die Augen zusammen. Anstelle des brutalen Aufpralls hört sie nur ein „verdammte Scheisse!“.
Erschrocken öffnet sie die Augen und findet sich neben der Manege wieder.
Der Clown steht ihr gegenüber. Sein Gesicht ist schmerzverzerrt und seine Arme hängen genauso in der Luft wie die von Felomina. Nur dass an seiner linken Hand kein Werkzeugkoffer baumelt."

rostocker-schule.com

 

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